WIRKsam Abschlussveranstaltung - ein Rückblick
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Rückschau auf die WIRKsam Abschlussveranstaltung 2026
WIRKsam zieht Bilanz und startet in die Zukunft: KI für die Arbeit von morgen gemeinsam gestalten
Mit rund 150 Teilnehmenden aus Industrie, Forschung und Politik fand am 8. September 2026 die Abschlussveranstaltung des Kompetenzzentrums WIRKsam in Hürth statt. Unter dem Motto „WIRKsam den Wandel gestalten – KI für die Arbeit von morgen“ blickten die Projektpartner auf fünf Jahre gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsarbeit zurück und setzten zugleich den Startpunkt für das zukünftige Kompetenznetzwerk WIRKsam.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie künstliche Intelligenz Unternehmen dabei unterstützen kann, den Strukturwandel im Rheinischen Revier erfolgreich zu gestalten und gleichzeitig gute Arbeit zu fördern. Gemeinsam mit elf Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe hat WIRKsam in den vergangenen fünf Jahren konkrete KI-Anwendungen entwickelt, erprobt und wissenschaftlich begleitet. Die Erfahrungen aus dem Projekt zeigen, dass technologische Innovation insbesondere dann erfolgreich ist, wenn sie gemeinsam mit den Beschäftigten entwickelt und praxisnah in den betrieblichen Alltag integriert wird.
WIRKsam als etablierte Marke im Rheinischen Revier
Die Bedeutung von WIRKsam für die Region unterstrich bereits das Grußwort von Dr. Alexander Lucumi, Leiter des Bereichs Innovationen für die Arbeit beim Projektträger Karlsruhe (PTKA). Er betonte, dass sich WIRKsam in den vergangenen fünf Jahren als sichtbare und wiedererkennbare Marke im vom Strukturwandel geprägten Rheinischen Revier etabliert habe. Das Kompetenzzentrum habe innovative Wege gefunden, Know-How zu transferieren.
Wie die Ergebnisse, Praxiserfahrungen und Materialien aus fünf Jahren Projektarbeit heute für Unternehmen verfügbar gemacht werden, zeigt das WIRKsam-Infoportal auf der Website.
KI zwischen Potenzial und Praxis
Im Anschluss eröffnete die gemeinsame Keynote „KI zwischen Potenzial und Praxis – Chancen für Arbeit und Produktion im Rheinischen Revier“ den fachlichen Teil der Veranstaltung. Darin zeigten Prof. Thomas Gries, Prof. Alexander Ferrein und Prof. Sascha Stowasser auf, vor welchen Herausforderungen Unternehmen heute stehen und welche Rolle Künstliche Intelligenz bei deren Bewältigung spielen kann.
Im Fokus stand die sogenannte „dreifache Transformation“ aus wirtschaftlichem Wandel, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Unternehmen müssten diese Veränderungen nicht isoliert betrachten, sondern als zusammenhängende Herausforderungen aktiv gestalten. Erfolgreich seien dabei vor allem jene Betriebe, die Veränderungsbereitschaft fördern, Kooperationen nutzen und gezielt Kompetenzen aufbauen.
Die Referierenden machten deutlich, dass Künstliche Intelligenz kein Selbstzweck ist. Ihr Nutzen entsteht erst dann, wenn sie konkrete betriebliche Probleme löst, Beschäftigte unterstützt und organisatorische Veränderungen begleitet. Zukunftsfähigkeit entscheide sich letztlich daran, ob Unternehmen diesen Wandel aktiv gestalten können.
Praxisbeispiele zeigen Potenziale von KI für produzierende Unternehmen
Die Arbeit von WIRKsam wurde anhand der drei Handlungsfelder Wissen sichern und transferieren, Prozesse planen und flexibilisieren sowie Qualität sichern und steigern vorgestellt. Filmische Einblicke zeigten, wie Unternehmen KI-Anwendungen entwickeln und einsetzen, welche Herausforderungen dabei auftreten und welche Erfolgsfaktoren für eine gelingende Einführung entscheidend sind. Dabei kamen sowohl Vertreter der Anwendungsunternehmen als auch Forschungs- und Umsetzungspartner zu Wort und berichteten über ihre Erfahrungen, Erwartungen und Lessons Learned.
Wer die drei Handlungsfelder näher kennenlernen möchte, findet auf dem WIRKsam-YouTube-Kanal vertiefende Filme zu Wissen sichern und transferieren, Prozesse planen und flexibilisieren, sowie Qualität sichern und steigern.
Marktplatz macht Ergebnisse erlebbar
Zehn Unternehmen präsentierten ihre KI-Anwendungsfälle zunächst in kurzen Pitches und vermittelten den Teilnehmenden praxisnahe Einblicke in konkrete Projekte und betriebliche Umsetzungserfahrungen.
Darüber hinaus bot sich auf dem Markplatz am Nachmittag die Gelegenheit, mit Forschenden, Unternehmensvertretern und Netzwerkpartnern ins Gespräch zu kommen und die entwickelten Lösungen unmittelbar zu erleben.
In mehreren Unternehmen wird KI eingesetzt, um Erfahrungswissen zu sichern und Beschäftigte bei komplexen Entscheidungen zu unterstützen. So unterstützt bei der Heusch GmbH & Co. KG ein KI-System die optimale Einstellung von Umformmaschinen und trägt dazu bei, wertvolles Prozesswissen langfristig verfügbar zu machen. Auch bei der Essedea GmbH & Co. KG wurde ein KI-basiertes Expertensystem entwickelt, das Beschäftigte bei der Qualitätskontrolle unterstützt und Erfahrungswissen systematisch sichert. Ergänzend stellt ein intelligentes Assistenzsystem Prozessbeschreibungen und Arbeitsanweisungen bereit und erleichtert dadurch insbesondere die Einarbeitung neuer Mitarbeitender.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der KI-gestützten Analyse und Optimierung von Produktionsprozessen. Bei der FEG Textiltechnik GmbH hilft KI dabei, Produktionsprozesse in der Spinnerei besser zu steuern und eine gleichbleibend hohe Garnqualität sicherzustellen. Ähnliche Ziele verfolgt die AUNDE Achter & Ebels GmbH, wo KI Mitarbeitende bei komplexen Prozesseinstellungen unterstützt und Qualitätsschwankungen reduziert. Durch die Analyse von Maschinen-, Qualitäts- und Umgebungsdaten werden Produktionsabläufe transparenter gestaltet, Zusammenhänge besser verstanden und Beschäftigte bei der Prozessüberwachung entlastet. Darüber hinaus wurden Ansätze für daten- und KI-gestützte Unterstützungssysteme für die Unterstützung der Produktionsplanung bei der Müller Maschinentechnik GmbH, neusser formblech GmbH und Reiners + Fürst GmbH & Co. KG vorgestellt.
Weitere Anwendungsfälle zeigen, wie KI Beschäftigte bei der Qualitätskontrolle und der Bearbeitung anspruchsvoller Werkstücke unterstützt. So kommen bei der GKD – Gebr. Kufferath AG und der Verseidag-Indutex GmbH KI-Verfahren zur teilautomatisierten Fehlererkennung und -klassifikation zum Einsatz. Sie helfen dabei, Auffälligkeiten frühzeitig zu identifizieren, Qualitätsprüfungen zu unterstützen und die Bewertung von Prüfergebnissen zu vereinheitlichen. Bei der AIRCONCEPT GmbH unterstützt die Kombination aus KI und Robotik die Bearbeitung und Prüfung von Oberflächen. Durch die intelligente Analyse von Qualitätsmerkmalen können Arbeitsprozesse präziser gestaltet, Beschäftigte entlastet und gleichbleibend hohe Qualitätsstandards sichergestellt werden.
Die Beispiele verdeutlichten, dass erfolgreiche KI-Anwendungen stets von einem konkreten betrieblichen Bedarf ausgehen und einen nachvollziehbaren Mehrwert für Unternehmen und Beschäftigte schaffen müssen.
Ausführliche Informationen zu den WIRKsam-Anwendungsfällen finden Interessierte auf den Use-Case-Seiten der WIRKsam-Website.
Staatssekretär Heidmeier würdigt WIRKsam
Matthias Heidmeier, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen würdigte WIRKsam als wichtigen Impulsgeber für die Gestaltung des Strukturwandels und die menschengerechte Einführung von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen.
In seinem Grußwort erklärte Heidmeier: „WIRKsam zeigt, wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen gelingen kann: praxisnah, beteiligungsorientiert und mit einem klaren Blick auf die Menschen, die mit dieser Technologie arbeiten.“ Zugleich betonte er, dass sich die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft nicht allein an technologischen Entwicklungen entscheide, sondern daran, wie Innovationen gemeinsam mit den Beschäftigten gestaltet werden.
Hier geht es zur Pressemitteilung.
Als Kompetenznetzwerk macht WIRKsam seine Expertise dauerhaft nutzbar
Die Abschlussveranstaltung markierte nicht das Ende, sondern einen Neuanfang. Mit dem Kompetenznetzwerk WIRKsam bleiben die im Projekt aufgebauten Kompetenzen, Erfahrungen und Netzwerke langfristig für Unternehmen im Rheinischen Revier verfügbar. Ziel ist es, Betriebe auch künftig bei der Einführung und menschengerechten Gestaltung von KI-Anwendungen zu unterstützen. Nach fünf Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit bleibt damit das zentrale Ziel von WIRKsam bestehen: den Strukturwandel im Rheinischen Revier durch Innovation, Zusammenarbeit und gute Arbeitsgestaltung nachhaltig zu begleiten.
Dafür stellt WIRKsam Beratungs- und Unterstützungsangebote, Schulungen sowie Demonstratoren bereit und begleitet Unternehmen bei den Herausforderungen der digitalen Transformation. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf der Website von WIRKsam.
Weiterführende Informationen aus dem Projekt
Wer die Ergebnisse und Erfahrungen aus fünf Jahren WIRKsam vertiefen möchte, findet im WIRKsam-Infoportal umfangreiche Materialien:
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„Arbeit und KI gemeinsam gestalten“ bündelt zentrale Erkenntnisse, Lessons Learned und Handlungsempfehlungen aus den WIRKsam-Anwendungsfällen.
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„Fit für KI im Betrieb“ gibt einen Überblick über Qualifizierungs- und Schulungsangebote für Unternehmen, Führungskräfte und Beschäftigte.
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Im Infoportal stehen darüber hinaus Broschüren, Publikationen und weitere Materialien zur Verfügung.
Positive Resonanz auf die Abschlussveranstaltung
Die Rückmeldungen zur Veranstaltung fallen durchweg positiv aus. Besonders hervorgehoben wurden die gelungene Moderation, der abwechslungsreiche Formatmix sowie die sehr gute Organisation der Veranstaltung.